Wir über uns

 

Titelbild Limiter Wir über uns


Wer sind wir

Netzwerk zur Steigerung der Verkehrssicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern im Bergischen Land


Ausgangslage

„Nit quake – make.“ (Nicht erzählen – machen.)
So lautete vor einigen Jahren die Rückmeldung eines durchaus interessierten Bikers angesichts der Sicherheitsvorführungen zu Beginn der Motorradsaison. Im „Cafe Hubraum“, einem überregional bekannten Bikertreff im Bergischen Städtedreieck hatte er gerade Bremsdemonstrationen und Schleiftests zur Verdeutlichung der Schutzwirkung geeigneter Motorradkleidung gesehen. Als Gesprächspartner standenVerkehrssicherheitsberater und vor allem Kradfahrer der Polizei zur Verfügung.

Nit quake - make!

Präsentiert wurden auch die Möglichkeiten zur Geschwindigkeitsüberwachung durch Laser-/ Radar- und ProVida-Technik, denn die Städte Wuppertal, Remscheid und So- lingen bilden das Tor zum Bergischen Land. Ein „Eldorado“ für Motorradtouren.

Doch wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. Solche liegen in Gestalt eines deutlichen Unfallaufkommens auf der Region. Somit gehören Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer seit langem zur Zielgruppe der Verkehrsunfallprävention des Polizeipräsidiums (PP) Wuppertal.
Dort stießen solche Anregungen aus dem Kreis der Motorradfahrer auf offene Ohren. Die Zielgruppe aus der Zuschauerrolle herauszuholen und sie in die Präventionsarbeit zu integrieren war ein verlockender Gedanke. Um diese Idee weiter zu verfolgen, begann der Motorradbeauftragte der Verkehrsunfallprävention mit dem Aufbau eines offenen Netzwerkes.


Konzept

Hätten wir für ein Präventionsgespräch mit einem Motorradfahrer nur Zeit für sieben Worte, lauteten diese vielleicht: „Mein Freund, am Limit lenkt der Zufall“. Die Unfallbetrachtung macht deutlich, dass persönliche Limits nicht festgelegt sind. Limit klein_036So kommt es immer wieder vor, dass aus einer Gruppe mehrerer Motorradfahrer mit identischer Geschwindigkeit einer nicht unfallfrei durch eine Kurve kommt Limits der Beherrschbarkeit des Motorrades variieren darüber hinaus durch äußere Einflüsse, wie den plötzlich wahrgenommenen Ölfleck im Kurvenverlauf, den die Fahrerin/der Fahrer zu bewältigen hat. Ja, am Limit lenkt der Zufall! Überall! Das Netzwerk „Am Limit lenkt der Zufall“ möchte durch gemeinsame „Er-Fahrungen“, das Herausstellen der Eigenverantwortung und das persönliche Werben für die Schaffung eigener Reserven positiv auf die Verkehrssicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern einwirken.
Die Freude am Motorradfahren ist die Basis, um auf gemeinsamen Ausfahrten Sicherheits- gedanken in den Helmen zu verankern. Der Ausgang der Motorradsaison soll nicht dem Zufall überlassen werden. In der Ordnungspartnerschaft wird das Potenzial der Zielgruppe genutzt. Private Mo- torradfahrerinnen und Motorradfahrer engagieren sich als „Limiter“ in einer Prävention auf Augenhöhe.

Dieses Konzept besteht aus folgenden Modulen:

• Verkehrssicherheitstage mit geführten Touren

• Limitererklärung • Limitertag • Wintertreffen

• Saisonauftakt mit Unterstützung der Limiter

• Touristische Touren • Roadbook Bergisches Land

• Internetpräsenz mit Limiter TV • Sicherheitstraining

• Sofortmaßnahmen am Unfallort • Kooperation mit anderen Behörden und Institutionen


Aktivitäten/Maßnahmen

Verkehrssicherheitstage mit geführten Touren Teilnahmevoraussetzungen sind eine vorherige Anmeldung und die Unterzeichnung einer Haftungsausschlusserklärung. Poster-für-Ausfahrten-215x300-2Bei einer thematischen Einstimmung zur Herausstellung der Unfallursachen werden unterschiedliche Medien wie z. B. Inhalte der „5 x 5 Motorradspots“ des MIK NRW eingesetzt, die sehr schnell zum Gespräch anregen. Herzstück der Veranstaltungen sind begleitete Fahrten in Kleingruppen (max. 8 Kräder), die entsprechend einer abgefragten Selbsteinschätzung gebildet werden.

Zusätzlich erhält jede Gruppe eine Beobachtungsaufgabe zu den Themen:

• Fahren in der Gruppe

• Vorfahrt/Vorrang • Fahrbahnbeschaffenheit • Gefährliche Begegnungen

Bei Zwischenstopps regt der Gruppenmoderator den Austausch hierüber und über spontan erlebte Situationen an. Ein gruppenübergreifender Erfahrungsbericht erfolgt später im Plenum. Insbesondere Ungeübten und Wenigfahrern werden unterwegs motorische Übungen angeboten. Vor einer gemeinsamen Mittagspause treffen sich alle Gruppen an einem zentralen Ort. Durch Demonstrationen der unterschiedlichen Brems- und Anhalteweglängen wird die Auswirkung von Geschwindigkeit visualisiert. Beim Abschlusstreffen am Nachmittag erhalten alle Teilnehmenden durch einen Ret- tungssanitäter der Johanniter Unfallhilfe Gelegenheit, ihre Kenntnisse über Sofort- maßnahmen an der Unfallstelle aufzufrischen und praktische Dinge wie die stabile Seitenlage oder das Abnehmen des Motorradhelms bei Verunglückten zu üben. Die Verkehrswacht Wuppertal und die Allianz für Sicherheit im Bergischen Land – Bürger und Polizei e.V. überreichen allen Teilnehmenden als Erinnerung ein Schlüsseletui mit dem Logo „Am Limit lenkt der Zufall“.

Gruppengespräch Längsformat

Limiter im Gespräch mit Teilnehmern einer geführten Tour


Limitererklärung

Seit 2008 wird der so genannte „Limitergedanke“ in das Präventionsprogramm ein- logo_limiter_insidegebaut. Hierbei wird die Bedeutung der Verantwortung für sich selbst und für andere  hervorgehoben. Nach jedem Verkehrssicherheitstag mit geführten Touren erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Briefe mit einer Beschreibung des Limiterge- dankens und einer Selbstverpflichtungserklärung.


Auszug aus der Beschreibung:

„Unter Limiter – im Sinne der Verkehrssicherheit – verstehen wir Fahrerinnen und Fahrer, die das körperlich und technisch Machbare bewusst auf ein verantwortbares Maß begrenzen. Zur Festlegung dieser persönlichen Grenzen eignen sich die Kern- aussagen der Straßenverkehrsordnung. Einem Limiter ist bewusst, dass die Teilnahme am Straßenverkehr seine / ihre stän- dige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme einfordert. Ein Limiter verhält sich im Straßenverkehr so, dass kein Anderer geschädigt, gefähr- det oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt wird.

Mit der geführten Tour verbinden wir also die Hoffnung, dass Du bewusst Limits setzt

• bei der Risikobereitschaft

• bei der Wahl der Geschwindigkeit

• zur Erhaltung der Fahrtüchtigkeit ganz persönlich und in Deiner Gruppe.

Wir würden uns freuen, wenn Du die beigefügte Erklärung für Dich übernimmst und beim Motorradfahren anwendest. Bitte teile uns mit, ob auch in Deinem Helm ein Limiter steckt. Über eine Antwort würden wir uns freuen.“ Durch eigenhändige Unterschrift wird erklärt: „In meinem Helm steckt ein Limiter.

Wie viele Teilnehmer der geführten Touren die Erklärung unterschrieben und für sich behalten haben, kann nicht gesagt werden. Bekannt ist aber, dass bis heute 170 „Limitererklärungen“ bei der Verkehrsunfallprävention angekommen sind; teilweise versehen mit Kommentaren wie diesen: „Mit zwei Tagen Bedenkzeit habe ich die Erklärung unterschrieben. Ja, in meinem Helm steckt ein Limiter.“ „Ich habe die Erklärung unterschrieben, zu Hause verwahre ich sie in meinem Helm, so dass ich bei jeder Abfahrt daran erinnert werde.“


Limitertag

Mit dem erfreulichen Zuspruch auf den „Limitergedanken“ eröffnete sich die Möglichkeit, „Limiter“ nicht nur für Sicherheit in ihrem persönlichen Umfeld zu motivieren, sondern sie auch in die polizeilichen Präventionsveranstaltungen in unterschiedlichen Funktionen einzubinden. Dazu wurde diesem Personenkreis im Jahr 2009 erstmals ein so genannter „Limitertag“ angeboten.

18 der 22 Eingeladenen nahmen daran teil. Die Inhalte dieses Tages wurden darauf abgestimmt, sie für ihre zukünftige selbstständige Übernahme von Aufgaben während der Verkehrssicherheitstage vorzubereiten. Neben relevanten motorischen Übungen zu den Themen, Bremsen und Anhalten, Wenden, Spurhalten und Blickführung, gehörten Hintergrundinformationen zu Motorradunfällen und Unfallörtlichkeiten der Region zum Limitertag_2 kProgramm. Seit dem gehören die „Limitertage“ zum ständigen Angebot, an dem bislang 89 Limiter teilgenommen haben. Sie erhalten von der „Allianz für Sicherheit im Bergischen Land – Bürger und Polizei e.V.“ und der „Verkehrswacht Wuppertal e.V.“ ein T- Shirt mit dem Logo „Limiter inside“. Hierdurch wird der „Limitergedanke“ auch nach Außen getragen. Zur Sicherheit beim Motorradfahren und zur Erkennbarkeit bei Veranstaltungen bieten diese Ordnungspartner des weiteren Sicherheitswesten mit dem Logo „Limiter in- side“ an. Dieses Logo steht auch als kleiner Aufkleber für das Motorrad zur Verfügung.


Wintertreffen

Das deutliche Interesse vieler registrierter Limiter, sich über das persönliche Umfeld hinaus für sicheres Motorradfahren einzusetzen, führte dazu, dass sie durch die Ver- kehrsunfallprävention seit dem Jahr 2010 zu einem „Wintertreffen“ mit den Koopera- tionspartnern eingeladen werden. Hierbei kommt es nicht nur zum Austausch über die vergangene Kradsaison. Viel mehr noch werden Gedanken für zukünftige Prä- ventionselemente zusammengetragen, Termine abgestimmt und Aufgaben übernommen.


Saisonauftakt mit Unterstützung der Limiter

Seit dem Jahr 1999 finden regelmäßige Präventionsveranstaltungen zum Saisonauf- takt im „Cafe Hubraum“ statt. Bis zum Jahr 2010 wurden diese im Wesentlichen durch die Polizei, die Verkehrswacht Wuppertal und den Fahr- und Sicherheitstrainer Matthias Marsch durchgeführt.

Seit 2011 wirken Limiter und die Johanniter Unfallhilfe aktiv an der Veranstaltung mit. Im Jahr 2013 fand die Aktion zum Saisonauftakt erstmals an einer Zubringerstraße im Umfeld des Bikertreffs statt. Unter dem Motto: „Wir wünschen eine unfallfreie Saison“ wurden zwischen 10:00 und 18:00 Uhr alle Motorradfahrer von der Polizei angehalten. Durch die Limiter im Gespräch kMitwirkung von 35 Limitern konnten etwa 500 Gespräche auf Augenhöhe zwischen Limitern und Motorradfahrern über vorbereitete Kernbotschaften geführt werden. Darüber hinaus interessierten sich fast alle Ange- haltenen für die umfangreichen Informationsangebote der einzelnen Ordnungspart- ner. Das Engagement der Limiter führte zu einem geringen Personalbedarf der Polizei. Fünf Beamte der Verkehrsunfallprävention und ein ProVida-Kradfahrer reichten aus. Daneben waren zwei Beamte der Bereitschaftspolizei mit einem mobilen Informati- onsdisplay mit Lauftexten wie „Killer Nr. 1 – Geschwindigkeit“ oder „Am Limit lenkt der Zufall“ unterwegs. So konnte der Aktionsradius deutlich ausgeweitet werden.


Touristische Motorradtouren

Neben den Verkehrssicherheitstagen mit geführten Touren verabredeten sich Limiter wiederholt zu gemeinsamen Motorradfahrten. Aufgrund der positiven Resonanz bietet ein Limiter nun auch öffentlich touristische Motorradtouren durch das Bergische Land über seine Homepage

www.motorradtourenbergischland.deJürgen

an. Aktuell liegt dort eine, ursprünglich an die Polizei gerichtete Anfrage eines Internationalen Service Clubs vor, der im Jahr 2015 für etwa 120 Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer Touren durch die Region plant. Für die Umsetzung haben bereits weitere Limiter ihre Unterstützung zugesagt. Auf diese Weise können auch touristisch ausgelegte Motorradtouren durch die Limiter mit Sicherheitsgedanken in Theorie und Praxis bereichert werden.


Roadbook Bergisches Land

Eine aktive Beteiligung der Motorradfahrer an Präventionsmaßnahmen erfolgte durch den Aufruf zum Miterstellen eines Roadbooks für sichere Touren durch das Bergische Land. Die eingereichten Beiträge konnten zu vier Rundkursen zusammenge- stellt und mit Gefahrenhinweisen versehen werden. Unter dem bekannten Slogan „Am Limit lenkt der Zufall“ erhielt das Roadbook auch besondere Empfehlungen für Gruppenfahrten. Als Herausgeber des „Roadbook Bergisches Land“ übernahm die Verkehrswacht Wuppertal die Realisierung dieses Projektes und stellte eine Auflage von 6.000 Stück zur Verfügung. Seit das Kontingent erschöpft ist, erfolgt die Veröffentlichung über diese Internetseite. Die stets aktualisierten Routen können hier unter Information heruntergeladen werden.

Limiter TV

Unter der Adresse www.limiter-inside.de sind die Limiter im Internet präsent. Dort be- reiten sie Veranstaltungen auf, veröffentlichen Termine und sprechen weiterführende Themen der Motorradsicherheit an. Auch das Roadbook Bergisches Land ist hier ab- rufbar, mittlerweile sogar als „Roadbook Digital“. Es stehen Datensätze zur Verfügung, mit denen die Tourpläne mit eingearbeiteten Gefahrhinweisen direkt in Navigationsgeräte übertragen werden können. Diese Internetseite wird von einem Limiter unentgeltlich zur Verfügung gestellt und gepflegt. Auch das gibt es bereits: Unter dem Titel „LimiterTV“ sind erste selbst produzierte Kurzfilme zur Visualisierung von Schwerpunkt- themen veröffentlicht. Bislang werden die Themen Grundübungen Motorik, Gruppenverhalten, Hell-Dunkel-Wechsel bei Walddurchfahrten und Erkennbarkeit von Motorradfahrern im Straßenbild aufgegriffen.


Zweirad-Sicherheitstraining

Bereits seit den ersten Präventions- veranstaltungen im „Cafe Hubraum“ bringt sich der Fahr- und Sicherheitstrainer Matthias Marsch in Präventionsveranstaltungen für Motorradfahrer- innen und Motorradfahrer ein und ist bis heute wertvoller Mitgestalter der Sichtführung kunterschiedlichen Präventionsangebote. Bei den Verkehrssicherheitsveranstaltungen mit gehört er zum festen Bestand der Gruppenbegleiter. Als ausgebildeter DVR- Moderator für Motorrad-Sicherheitstrainings zählen fahrphysikalische Übungen und Demonstrationen zu seinen Spezialitäten.


Sofortmaßnahmen am Unfallort

„Jeder kann helfen, die ersten Minuten sind entscheidend!“ Mit dieser Botschaft stimmen Rettungssanitäter der Johanniter Unfallhilfe Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ein Thema ein, das gerne verdrängt wird – lebensrettende Sofortmaßnahmen an der Unfallstelle. Die Erste Hilfe 3 kJohanniter Unfallhilfe verfügt in der Region über ehrenamtlich tätige und voll ausgebildete Rettungsassistenten, die in einer Motorradstaffel organisiert sind. Jeweils ein Motorradfahrer aus dieser Kradstaffel bringt sich mit Informationen, Vorführungen und praktischen Übungsangeboten in die Präventions- veranstaltungen ein.

Kooperation mit anderen Behörden und Institutionen

Da der angrenzende Rheinisch-Bergische Kreis mit seinen außergewöhnlich reizvollen aber auch unfallträchtigen Motorradstrecken Kradfahrer aus unserem Bergischen Land anzieht, werden bei den Verkehrssicherheitstagen mit geführten Touren auch Strecken in diesem Gebiet ausgewählt. Daher beteiligte sich der Rheinisch-Bergische Kreis regelmäßig durch die Entsendung eines Kradfahrers an den Verkehrssicherheitstagen. Somit stehen auch fachliche Hintergrundinformationen zu den Besonderheiten dieser Region zur Verfügung. Ebenfalls ein Mitarbeiter der Bezirksregierung Düsseldorf, Dezernat 25 – Verkehr, unterstützt nach Möglichkeit aktiv die Verkehrssicherheitstage des Polizeipräsidiums Wuppertal und gehört bei den geführten Touren zum Kreis der Gruppenbegleiter. Un- terwegs und im Plenum werden Details zur sicheren Verkehrsraumgestaltung aus erster Hand weitergegeben. Besonders bei Zwischenstopps an typischen Motorrad-Unfallstellen kommt es so zu einem lebendigen Austausch über die Möglichkeiten und Vorgehensweisen der Straßenverkehrsbehörden und Unfallkommissionen.

Auch der Landesbetrieb Straßenbau NRW will, dass Motorradfahrerinnen und Motor- radfahrer sicher voran und heil wieder nach Hause kommen. In NRW wurden z.B. rund 60 km Schutzplanken mit einem sogenannten Unterfahrschutz ausgestattet und bislang ca. 15.000 Pfosten ummantelt, um den Aufprall bei einem Unfall zu mindern. An einigen Stellen wurden sogenannte „Rüttelstreifen“ im Asphalt eingerichtet, um das Rasen einzelner Motorradfahrer zu unterbinden. Zur sicheren Verkehrsraumgestaltung wurde zudem speziell für Motorradfahrer eine unbürokratische Möglichkeit zur Meldung von Gefahrenstellen eingerichtet. Dem Verkehrssicherheitsexperten des Landesbetriebes, selbst leidenschaftlicher Motor- radfahrer, können per E-Mail, telefonisch sowie durch Ausfüllen eines Online- Meldebogens Hinweise auf Gefahrenpunkte an Straßen mitgeteilt werden. Bei Veranstaltungen im Rahmen der Ordnungspartnerschaft motiviert Herr Berger- busch die Teilnehmer, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen und steht als kompetenter Gesprächspartner zur Verfügung. Seit dem Jahr 2006 richtet die City Kirche auf dem Laurentiusplatz in Wuppertal- Elberfeld jährlich einen Motorradgottesdienst mit Bikersegnung aus. Im Vorfeld erging hierzu eine Einladung an die Polizei, sich mit Sicherheitsaspekten in die Veranstaltung einzubringen. Seitdem gehören praktische Vorführungen und Austausch zum Thema „Am Limit lenkt der Zufall“ zum Standardprogramm der Bikersegnung. Auch diese Veranstaltungen werden in Kooperation mit einem Fahr- und Sicherheitstrainer aus der Ordnungspartnerschaft ausgerichtet. Im Ortsteil Wuppertal-Dönberg lädt Herr Ralf Frinker regelmäßig zum Bikerfrühstück ein. Durch den Kontakt zu „Limitern“ ist eine enge Zusammenarbeit in der Verkehrs- unfallprävention entstanden. Kopie von Bikersegnung kDas Thema Sicherheit hat bei allen Treffen einen hohen Stellenwert. Zum Erhalt des gemeinsamen Hobbys werden auf Ausfahrten klare Gruppenregeln in Anlehnung an die Empfehlungen der geführten Touren festgelegt und beachtet. Von hier aus bestehen gute Verbindungen zu weiteren Bikertreffs in Wuppertal und Umgebung, die zur Bekanntgabe aller Angebote der Ordnungspartnerschaft „Am Limit lenkt der Zufall“ genutzt werden.
Auch der erste Dönberger Motorradgottesdienst im Jahr 2013 enthielt einen Baustein „Fahren mit Hirn“, in dem das Thema Sicherheit mit Hilfe von Cartoons zur Landes- kampagne „Runter vom Gas“ aufgegriffen wurde.


Erreichte Verbesserungen/Änderungen

Als Verkehrssicherheitsberater der Polizei Wuppertal haben wir uns der Aufgabe gestellt, • durch eine möglichst persönliche und nachhaltige Ansprache von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, • durch das Herausstellen der persönlichen Verantwortung, • durch das Werben für die Schaffung persönlicher Sicherheitsreserven • und die Gewinnung von Multiplikatoren aus dem Bereich der Zielgruppe, positiv auf die Unfallsituation einzuwirken. Durch die Sicherheitstage mit geführten Touren bleibt es nicht bei oberflächlichen Präventionsgesprächen. Diese Kontakte haben nun eine Chance auf Tiefgang. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden nicht zufällig bei einer Tasse Kaffee ange- sprochen, sondern melden sich auf eigene Initiative zu einer Tagesveranstaltung.

Limiterin im Gespräch k

In dieser sind sie aktiv und erleben die Sicherheitsaspekte über einen längeren Zeit- raum. Seither wurden 45 Touren mit insgesamt 1.193 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Etwa 500 beließen es nicht nur bei einem Besuch sondern kamen mit neuen Interessenten wieder. Mit der „Limitererklärung“ werden Sicherheitsgedanken auf die eigene Verantwortung fokussiert. Gleichzeitig verstärkt sie die „erfahrenen“ Handlungsalternativen zur Vermeidung gefährlicher Situationen. Mit Unterzeichnung wird die Verantwortung für sich und andere Verkehrsteilnehmer akzeptiert, durch Rücksendung an die Verkehrsunfallprävention sogar proklamiert. Diese zugegebenermaßen 12 hohe Hürde überwanden T eilnehmerinnen und T eilnehmer der bislang 170 geführten Touren und erklärten sich zum „Limiter“. Dieser bewusste Schritt scheint auch Türöffner für ein weitergehendes Engagement zu sein. Die Zahl derer, die sich aus diesem Kreis heraus in die Aktivitäten zum Saisonauftakt, die Durchführung der Touren und in die anderen Maßnahmen der Ordnungspartnerschaft „Am Limit lenkt der Zufall“ einbringen, wächst stetig. Durch diesen Zugewinn an Multiplikatoren erfolgt der Dialog über sicherheitsrelevante Themen nun nicht mehr ausschließlich zwischen Polizei und Motorradfahrern, sondern zunehmend von Biker zu Biker. 
Dies trägt entscheidend dazu bei, dass trotz steigender Präventionsaktivitäten die Personalressourcen der Polizei wieder zurückgefahren werden konnten. Eine wesentliche Rolle in dieser gelebten Ordnungspartnerschaft spielt die Vernetzung der beteiligten Organisationen. Deren handelnde Personen sind in der Lage, Inhalte aus ganz unterschiedlichen Fachrichtungen in die Prävention einzubringen. Persönliche Kontakte machen es aber auch möglich, eine Vielzahl praktischer Rückmeldungen aufzunehmen. Kein Ende in Sicht. Das nächste Wintertreffen ist in Vorbereitung. Es ist gut möglich, dass die kommende Saison mit einem thematischen Schwerpunkt versehen wird: “Lass dich mal sehen!“ Die Ordnungspartnerschaft zur Steigerung der Verkehrssicherheit von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern im Bergischen Land ist unterwegs.  

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Lass Dich mal sehen